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März 2016

Teilweise beruflich genutzte Arbeitszimmer steuerlich nicht abzugsfähig

Der große Senat des Bundesfinanzhofs hat den aktuell geltenden Grundsatz bestätigt, wonach sich Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer nur dann steuermindernd auswirken, wenn die Räume nahezu ausschließlich für betriebliche oder berufliche Zwecke genutzt werden. Teilweise beruflich genutzte Arbeitszimmer sind dementsprechend auch in Zukunft nicht abzugsfähig.

Häusliche Arbeitszimmer

Der Grundsatz lautet wie folgt:

  1. Die steuerliche Berücksichtigung eines häuslichen Arbeitszimmers als Werbungskosten oder Betriebsausgaben ist nur möglich, wenn kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

  2. Die abzugsfähigen Aufwendungen sind auf maximal 1.250,00 € begrenzt, soweit der Arbeitsplatz nicht den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet.

Nahezu ausschließlich für betriebliche und berufliche Zwecke bedeutet in diesem Zusammenhang, dass lediglich eine untergeordnete private Mitbenutzung (<10%) gestattet ist.

Einen weiteren Handlungsspielraum, wie etwa bei den Reiseaufwendungen, die seit 2009 grundsätzlich nach den Zeitanteilen der Reise aufteilbar sind, gibt es im Bereich des Arbeitszimmers nicht.

Ausschlaggebend für die Entscheidung waren die praktischen Erwägungen:

Dass der Raum wie ein Büro eingerichtet ist und nahezu ausschließlich zur Erzielung von Einnahmen genutzt werden muss, diene dazu, den betrieblich/beruflichen und den privaten Bereich sachgerecht voneinander abzugrenzen, Gestaltungsmöglichkeiten zu unterbinden und den Verwaltungsvollzug zu erleichtern.

Hätte der Senat eine Aufteilung zugelassen, wäre eine sachgerechte Abgrenzung nicht mehr möglich.

Ergebnis: Die steuerliche Behandlung von Arbeitszimmern bleibt unverändert. Mindestens 90% des Zimmers muss beruflichen Zwecken dienen, um in den Genuss des Steuerabzugs zu kommen.

Arbeitsmittel und außerhäusliche Arbeitszimmer

Auch hier bleibt es bei dem bisherigen Grundsatz:

  • Die als Arbeitsmittel zu qualifizierenden Gegenstände (z. B. Schreibtisch und Computer) unterliegen nicht den Abzugsbeschränkungen.

  • Befindet sich das Arbeitszimmer z. B. räumlich getrennt vom übrigen Privatbereich in einem Mehrfamilienhaus, liegt oftmals ein außerhäusliches Arbeitszimmer vor, sodass die Kosten nicht den Abzugsbeschränkungen unterliegen. Die Abgrenzung zwischen häuslichen und außerhäuslichen Arbeitszimmern ist oft schwierig. Da sie vom Einzelfall abhängt, kommt es häufig zu Streitigkeiten mit dem Finanzamt.