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August 2015

Fahrten zu den Mietobjekten: Entfernungspauschale oder Reisekosten?

Für die Frage, ob die Fahrten eines Vermieters zu seinem Mietobjekt mit der Entfernungspauschale oder nach Reisekostengrundsätzen bei den Werbungskosten steuerlich mindernd geltend gemacht werden können, ist entscheidend, ob eine regelmäßige Tätigkeitsstätte vorliegt, so das Finanzgericht Berlin-Brandenburg.

Eine genaue Prüfung bei Erstellung der Steuererklärung kann sich lohnen

In Anbetracht der Tatsache, dass bei einem Ansatz der Entfernungspauschale die Werbungskosten grds. um die Hälfte geringer sind, als bei Berücksichtigung der Reisekostengrundsätze, lohnt sich hier eine genaue Prüfung bei der Erstellung der Steuererklärung.

Eine regelmäßige Tätigkeitsstätte am Vermietungsobjekt kann nur angenommen werden, wenn sich hier der quantitative und qualitative Mittelpunkt der gesamten auf dieses Objekt bezogenen, auf die Einkünfteerzielung gerichteten Tätigkeit des Steuerpflichtigen befindet. Dies ist bei gelegentlichen Fahrten zum Mietobjekt grundsätzlich nicht der Fall.

Im entschiedenen Streitfall hat der Vermieter zwei Vermietungsobjekte zur Kontrollzwecken und zur Erledigung von regelmäßigen Arbeiten 165 bzw. 215 Mal im Jahr aufgesucht. Das Finanzgericht kam in diesem Fall daher zu dem Ergebnis, dass nur die Entfernungspauschale angesetzt werden kann.

Was Sie tun sollten?

Sollten Sie von dem Urteil betroffen sein und das Finanzamt setzt bei der Ermittlung der Vermietungseinkünfte nur die Entfernungspauschale an, kann gegen den Steuerbescheid, in dem die Kürzung der Werbungkosten erfolgt ist, Einspruch eingelegt werden, da gegen das Urteil des Finanzgerichtes Berlin-Brandenburg eine Revision beim Bundesfinanzhof (BFH) anhängig ist. Das Einspruchsverfahren kann dann unter Bezugnahme auf das anhängige Revisionsverfahren zunächst ruhend gestellt werden, damit die Entscheidung des BFH abgewartet werden kann.

Fraglich ist zudem, wie sich die Entscheidung des Finanzgerichtes Berlin-Brandenburg auf das neue Reisekostenrecht ab 2014 auswirkt. Nach Verlautbarungen in der Fachliteratur soll die Finanzverwaltung derzeit ein Schreiben zur steuerlichen Behandlung von Fahrten zum Vermietungsobjekt vorbereiten.