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März 2016

Abschreibungen: Kaufpreisaufteilung im Notarvertrag ist grundsätzlich maßgeblich

Bei der Vermietung eines bebauten Grundstückes richtet sich die Höhe der Abschreibungen nach dem auf das Gebäude entfallenden Anteil am Gesamtkaufpreis.

Für den Aufteilungsmaßstab orientiert man sich grundsätzlich nach der Aufteilung der Vertragsparteien im Kaufvertrag, es sei denn, die Aufteilung wurde nur zum Schein getroffen oder es liegt ein steuerlicher Gestaltungsmissbrauch vor, mit dem Ziel die steuermindernde Abschreibung für das Gebäude in die Höhe zu treiben.

Unterscheidet sich der Wert für den Grund und Boden in hohem Maße von den Bodenrichtwerten, liegt es nahe, dass die vertragliche Aufteilung gegebenenfalls nicht den realen Werten entspricht.

Im Falle eines Rechtsstreits vollzieht das Finanzgericht eine Gesamtwürdigung und prüft die Plausibilität der Abweichung, insbesondere in Bezug auf die Bauqualität und den Wohnwert des Gebäudes im Kontext der Nachbarschaft (Straßenlärm, soziale Einrichtungen etc.)

Entspricht die vorgenommene Kaufpreisaufteilung nicht den realen Wertverhältnissen muss eine Korrektur auf Grundlage der realen Verkehrswerte von Grund und Boden sowie Gebäude vollzogen werden.