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Über den Dächern von Köln
8. Unternehmer-Update
8. Unternehmer-Update

am Donnerstag, 20. August 2009, im Hotel Maritim
Am heißesten Tag des Jahres „Über den Dächern von Köln“
... ging es um ein Thema, das aktuell keinen Mittelständler kalt lässt: die Liquiditätsbeschaffung in der Wirtschaftskrise. Entsprechend gut besucht und engagiert von den Gästen mit verfolgt war die Veranstaltung.
Ein Treffen mit Ausblick
Dazu hatte AHW Die Unternehmerkanzlei Kunden und Partner in das rundum verglaste Restaurant „Bellevue“ im obersten Stock des Maritim Hotels am Rhein eingeladen – und die gute Aussicht wie exzellente Einsichten ins Thema waren garantiert.
Nach der Begrüßung durch Heinz-Günther Hunold von der Kanzlei Hunold+Partner boten vier externe Referenten einen breit gefächerten Einblick in das Thema „Liquiditätsbeschaffung“ und stellten sich den Fragen der interessierten Gäste. Beim anschließenden Business-Lunch standen Detailfragen zum Thema ebenso im Mittelpunkt wie die Kontaktpflege. Viele der Teilnehmer kommen regelmäßig zu den AHW-Unternehmer-Updates.
Die Bilanz des 8. Unternehmer-Updates war auf allen Seiten positiv: „Mit der Kombination aus konkretem Nutzwert und informativem Hintergrund haben wir den Nerv getroffen“, konnte Heinz-Günther Hunold nach gut zweieinhalb Stunden intensiven Austausches feststellen.
Gerade in der Krise: Liquidität geht vor Rentabiliät
In seiner Begrüßungsrede hatte Hunold bereits die Bedeutung des Themas „Liquiditätsbeschaffung in der Wirtschaftskrise“ aufgezeichnet. Entgegen manch verfrühter Krisen-Entwarnung, die momentan in den Schlagzeilen aufgetaucht ist, zeichnete er ein gemäßigt optimistisches Bild: „Liquidität geht vor Rentabilität, und Liquidität bleibt das zentrale Thema auch über 2009/2010 hinaus. Mit einer Rückkehr zum normalen Geschäft rechnen wir etwa ab 2011“, so Hunold.

Heinz-Günther Hunold
Jochen Hellmann
Udo Buschmann
Dipl.-Volkswirt Robert Nau
Dr. Marcus Werner
Thomas Buscher
Die Referenten des 8. Unternehmer-Updates und ihre Themen
Udo Buschmann, Leiter Zentrale Firmenkunden Kreissparkasse Köln, stellte die Kreditvergabe seines Geldinstituts unter der Überschrift „Kreissparkasse Köln: Partner des Mittelstands“ vor.
Jochen Hellmann, Förderberater NRW.BANK - Förderbank des Landes Nordrhein-Westfalen, präsentierte „Landesförderungen durch die NRW.Bank“.
Um „Factoring, eine Stütze in der Unternehmenskrise“ ging es im Vortrag von Thomas Buscher, Area Salesmanager Fortis-Factoring.
„Was kann die KfW in Verbindung mit Ihrer Hausbank für den Mittelstand leisten?“ beantwortete in seinem Referat Dipl.-Volkswirt Robert Nau, Vertrieb Endkunden der KfW Bankengruppe.
Kreissparkasse Köln: Partner des Mittelstands

Udo Buschmann, Leiter Zentrale Firmenkunden Kreissparkasse Köln, gab mit seinem Eröffnungsreferat einen ebenso informativen wie kurzweiligen Einblick in die Vergabepolitik der Kreissparkasse Köln. „Unser Geschäftsgebiet ist ungefähr so groß wie Mallorca, darunter können sich die meisten von Ihnen ja etwas vorstellen“, sagte er zu Anfang und hatte damit die Lacher auf seiner Seite. Die Kreissparkasse Köln setzt auf regionales Engagement und in elf regionalen Firmenkundencentern, kurz FKC, rund 14.000 Mittelständler in der Region.
Buschmann ging kurz auf die Entstehung der Finanzkrise in den USA ein. Wie leichtfertig viele Geldinstitute bei der Kreditvergabe vorgegangen waren, zeigte anschaulich ein Foto einer maroden, volllkommen verwahrlosten Holzhütte in Arizona. Das betreffende Geldinstitut hatte hierfür einen Kredit von 103.000 US-Dollar bewilligt...
Eine gut zusammengestellte Auswahl an Hintergrundinformationen zeigt, wie sich die Finanzkrise schon bald auf die Kreditvergabe in Deutschland ausgewirkt hatte: Die hiesigen Geldinstitute sahen sich je nach eigenem Rating schon bald mit extrem hohen Refinanzierungsmargen konfrontiert, die sich mittlerweile wieder einem normalen Niveau annähern.
Von einer „Kreditklemme“ könne bei der Kreissparkasse Köln allerdings nicht die Rede sein, so fasste Buschmann die Entwicklung im eigenen Haus zusammen: Die Kreissparkasse Köln habe im Gegenteil ihr Kreditneugeschäft mit Firmenkunden kontinuierlich ausgebaut – allein in 2008 um 10,7% auf 1.900.000.000 Euro bei Mittelständlern. Für das laufende Jahr sei erneut mit einem Zuwachs von 16% zu rechnen.
Buschmann hob dabei die „Finanzierungsverantwortung“ der Unternehmen hervor – einen wichtigen Aspekt, der auch von den anderen Referenten immer wieder betont wurde: Unternehmen sind in der Pflicht, sich rechtzeitig und realistisch mit dem Thema „Liquidität“ zu befassen. Dazu gehört eine detaillierte Finanzplanung über das laufende und die beiden Folgejahre, Offenheit gegenüber der Bank und ein frühzeitiges Zugehen auf den Kundenberater – Fazit: „Kopf-in-den-Sand“ und „Fünf-vor-Zwölf“ bringen niemanden weiter. Ein weiterer Rat von Udo Buschmann: auch Finanzierungsalternativen in Betracht ziehen.
Landesförderungen durch die NRW.Bank

Eine für viele Unternehmer noch wenig bekannte Palette an Finanzierungsmöglichkeiten stellte Jochen Hellmann, Förderberater NRW.BANK, vor.
Die NRW.BANK tritt in der Regel nicht direkt mit den Unternehmern in Kontakt, sondern über Banken, Sparkassen oder auch über die öffentliche Hand. Zu den Förderbereichen gehören: Sozialer Wohnraum, Mittelstands- und Existenzgründung, aber auch Individualförderung sowie Kommunal- und Infrastrukturfinanzierung. Eine wichtige Zielgruppe der NRW.BANK ist, neben den Freiberufern und den Unternehmen bis zu 500 Mio. Euro Jahresumsatz, der Mittelstand. Hellmann nutzte die Gelegenheit, die durchaus nicht immer einheitliche Definition der Mittelständler anzusprechen. Für die NRW.BANK gelten Kriterien die der EU. Sie lauten: bis zu 249 Beschäftigte, und bis zu 50 Mio. Euro Jahresumsatz oder bis zu 43 Mio. Euro Bilanzsumme.
Beim Stichwort „öffentlich“ denken viele zuerst an einen Zuschuss – doch: „Ich sage immer, der Zuschuss ist der Dinosaurier unter den Förderinstrumenten“, so Hellmann. Und so stellte der Förderberater anstelle der „aussterbenden Spezies“ neue Instrumente vor: zinsgünstige Darlehen, die dem Unternehmen helfen, die Finanzierungskosten zu reduzieren, Darlehen mit Haftungsfreistellung swoie Bürgschaften und Nachrangdarlehen.
Hellmann ging besonders ausführlich auf den „Evergreen“ Mittelstandskredit ein, außerdem auf das aktuelle Instrument des Konjunkturkredits sowie unter anderem auch Investitionskapital für Sachanlagen, das mit EU-Mitteln gestützt wird.
Fazit für die interessierten Zuhörer: Ein erster Blick in alternative Möglichkeiten zum klassischen Hausbank-Kredit und einige nützliche konkrete Tipps, auch zu den Antragsverfahren. Wichtig ist zum Beispiel der Zeitpunkt der Antragstellung: Viele Förderinstrumente können nur gewährt werden, wenn sie vor Beginn des Vorhabens beantragt werden.
PS: Auch die Inanspruchnahme von Beratungsleistungen (allgemeine betriebswirtschaftliche Beratung), wie sie von der AHW Die Unternehmerkanzlei angeboten wird, gehört zum Repertoire der NRW.BANK – Nachfragen lohnt sich.
Factoring, eine Stütze in der Unternehmenskrise

Viele Teilnehmer des 8. Unternehmer-Updates hatten schon einmal davon gehört – doch wie Factoring genau funktioniert und wie die Konditionen im Detail aussehen, das erfuhren sie nun im Vortrag von Thomas Buscher, Area Salesmanager Fortis-Factoring. Buscher stellte zunächst sein Haus vor, die Fortis Commercial Finance GmbH. Der niederländische Mutterkonzern ist vollständig in staatlichem Besitz. Die international arbeitende Unternehmensgruppe hat weltweit 750 Mitarbeiter und einen jährlichen Factoring-Umsatz von 40 Mrd. Euro. 4,4 Mrd. Euro wurden 2008 von der Fortis Commercial Finance GmbH in Deutschland umgesetzt. „Wir wollen Geschäfte machen, und wir können Geschäfte machen“, sagte Buscher selbstbewusst.
Factoring ist die Übernahme von Forderungen eines Unternehmens. Für das betreffende Unternehmen bietet das Verfahren gleich mehrere Vorteile: Die Forderungen werden bis zu 90% in Liquidität umgewandelt, sie werden aus der Bilanz herausgenommen, und das Factoringunternehmen steht als zusätzlicher Geldgeber zur Verfügung. Zudem wird die oft unangenehme direkte Auseinandersetzung mit dem Debitor so entschärft. Factoring kann offen oder verdeckt in einem sogenannten „stillen Verfahren“ durchgeführt werden.
Anhand eines Zahlenbeispiels stellte Buscher konkrete Kosten und die Ersparnis gegenüber der alternativen Inanspruchnahme des Kontokorrentkredits vor.
Wie bei der Kreditvergabe gibt es auch beim Factoring Bedingungen dafür, miteinander ins Geschäft zu kommen: Der Factorer verlangt ebenfalls detaillierte Angaben und Nachweise der Bonität, er benötigt eine Aufstellung der Außenstände und muss offen über die finanzielle Lage des Unternehmens informiert werden. Als problematisch nannte Buscher u.a. bestimmte Branchen wie zum Beispiel die Bau-, Maschinenbau und die Fleischbranche sowie hohe „Klumpenrisiken“, also eine Situation, in der ein großer Teil der Forderungen auf sehr wenige Kunden entfällt.
Fazit für Unternehmer: Das Factoring ist eine attraktive Alternative zum Kredit – sofern das Unternehmen seine Hausaufgaben gemacht hat und das Risiko des Ausfalls für den Factorer nicht zu hoch ist.
Was kann die KfW in Verbindung mit Ihrer Hausbank für den Mittelstand leisten?

Antworten darauf gab Robert Nau, Vertrieb Endkunden der KfW Bankengruppe, in seinem ebenso kompeten wie unterhaltsamen Vortrag.
Auch hier ging es, wie auf regionaler Ebene bei der NRW.BANK, um öffentliche Fördermöglichkeiten. Die KfW-Gruppe hat ihren Sitz in Frankfurt und unterhält Niederlassungen in Berlin und Bonn. Nau stellte zunächst die wichtigsten Eckdaten der KfW-Gruppe vor: Sie beschäftigt 3800 Mitarbeiter. Das jährliche Fördervolumen betrug (2008) 71 Mrd. Euro. Hinzu kommen aktuell noch einmal 52,5 Mrd. Euro Kreditvolumen durch die Maßnahmen der Bundesregierung im Rahmen des Konjunkturpaketes.
Auch bei der KfW-Bankengruppe führt der Weg in der Regel über die Hausbank. Nau nutzte die Gelegenheit, um den doch etwas technisch klingenden Begriff des „Endkunden“ zu erklären: „Die Hausbanken sind für uns die „Erstkunden“, mit denen wir zu tun haben, und die „Endkunden“, das sind Sie, die Unternehmer.“
Nach einem Überblick über die wichtigsten Bausteine der KfW-Förderung ging Nau im Detail auf das KfW-Sonderprogramm für mittelständische Unternehmen ein. Ein großer Vorteil für die Mittelständler bei diesem Angebot: Die Zinsen liegen am unteren Rand der marktüblichen Konditionen, zwischen 4,16% und 7,13%. Die Zinsbindung gilt drei Jahre lang.
Echte Vorteile bieten auch weitere KfW-Angebote wie zum Beispiel Haftungsfreistellungen: Hier kann die KfW 90% des Risikos bei Investitionen und 60% des Risikos bei Betriebsmitteln übernehmen – der Hausbank bleiben dann nur 10% bzw. 40% Risiko. Nachrangdarlehen können mit langen Laufzeiten und sieben tilgungsfreien Jahren vergeben werden.
Die KfW-Förderung ist beliebt: Aktuell liegt das Antragsvolumen bei knapp 10 Mio. Euro, verteilt auf über 2100 Anträge. Unternehmen, die sich, wie bei allen Finanzierungsalternativen, gründlich, realistisch und frühzeitig um eine Förderung bemühen, haben eine echte Chance: Die Zusagequote, so Nau, liegt momentan bei 80 Prozent.
Was sind bei so vielen großen Zahlen schon 530 Euro?...
... eine ganze Menge! 530 Euro kamen beim 8. Unternehmer-Update an Spenden zusammen und gehen an den gemeinnützigen Verein „Sack e.V.“, der hier in Köln bedürftige Menschen unterstützt. „Auch in unserer Stadt gibt es Menschen, die in der Mitte des Monats nicht mehr wissen, woher sie das Geld für Essen nehmen sollen“, so Heinz-Günther Hunold.
Und deshalb wird der schwarze Zylinder für die freiwilligen Spendenbeiträge wie schon früher auch beim nächsten Unternehmer-Update wieder am Ausgang des Bellevue „Über den Dächern von Köln“ stehen. AHW Die Unternehmerkanzlei bedankt sich im Namen von Sack e.V. bei den Spendern!
Ihre Ansprechpartnerin: Seminarmanagement

Melanie David
Kauffrau für Bürokommunikation
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E-Mail: m.david::hunold-partner.de
